Adblocker machen das Internet kaputt!

Erst heute hatte ich mit Kollegen eine Auseinandersetzung zum Thema Adblocker. Wie Ihr hoffentlich schon bemerkt habt, habe ich mich dazu entschlossen auf diesem Blog neuerdings Werbung zu schalten. So habe ich die Möglichkeit etwas mit Google Adsense zu spielen, aber um ehrlich zu sein, spielen natürlich auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Die Kollegen mit denen ich geredet habe, konnten meine Werbung nicht sehen. Diese Benutzen Adblocker.

Adblocker sind Programme beziehungsweise Browser Addons, welche sich zum Ziel gesetzt haben Werbeeinblendungen beim Surfen zu blockieren.

Die Vorteile eines solchen Programms sind offensichtlich. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht kann man sagen, Werbung nervt. Vorallem dann, wenn man nicht weiß wie man Sie schließen kann. Häufig kommt noch hinzu dass  man sich persönlich nicht für die beworbenen Produkte interessiert (Beispiele sind Pornos und Browsergames). Die Werbung lässt sich nicht selten kaum vom Inhalt der Seite unterscheiden und als Internet Benutzer wird man in die Irre geführt. Hat man vor einfach  im Netz zu arbeiten, Nachrichten zu lesen oder zu recherchieren wirkt die Werbung meist ablenkend. Immer wieder auffoppende bunte blinkende Banner machen den ein oder anderen Nutzer nahezu Wahnsinnig. Ein seltener gewordenes Problem sind die zusätzlichen Wartezeiten die beim Herunterladen der Werbung entstehen. Mit einem langsamen Internetzugang kann man diese bei Grafiken zu spüren bekommen. Obwohl die Zahl der Highspeed Internetanschlüsse weltweit zunimmt, Wartezeiten faktisch kein Problem mehr darstellen, erlebe ich in meinem persönlichen Umfeld, dass die Adblocker-Nutzung nicht abnimmt. Im Gegenteil diese nimmt zu. Meiner Meinung nach macht die zunehmende Nutzung der Adblocker auf lange Sicht das kostenfreie Internet kaputt.

Die Nachteile die durch Adblocker entstehen möchte ich im Folgenden thematisieren und begründen. Eine der schönsten Errungenschaften des zwanzigsten Jahrhunderts ist die kostenfreie, zensurfreie und uneingeschränkte Verfügbarkeit von Wissen im Internet. Nahezu jeder kann heute Inhalte  im Internet freigeben. Hiermit spreche ich zum einen Wissen, zum anderen aber auch Inhalte der Unterhaltung sowie all die anderen Dienste an (Blogs, Funseiten, Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Nachrichtenseiten…). Der Kreativität sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Was man hier aber keinesfalls unterschätzen und vergessen darf ist die Arbeit und das Geld, welches erforderlich ist um qualitativ hochwertige Onlineangebote bereitzustellen. Und selbst hinter so einem kleinen unscheinbaren Blog wie diesem steckt Arbeit, Zeit und Geld. Viele Internetunternehmen sind bereits zu größen Firmen gewachsen, die Arbeitnehmer beschäftigen und hohe Nebenkosten haben. Diese Ausgaben werden unter anderem Durch Werbung finanziert. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Adblockern unmoralisch. Es ist zwar nicht zu bestreiten, dass das Internet ein boomender Markt ist (und wahrscheinlich auch bleibt). Eine Argumentation die sich darauf beruft ist allerdings schlicht und ergreifend egoistisch. Jeder sollte als eigenständiges Individuum für sich entscheiden was gut und was schlecht ist, anstatt zu behaupten, die Betreiber von Internetseiten haben schon genug Geld, da es genügend andere Nutzer ohne Adblocker gibt. Noch schwammiger wird diese Argumentation wenn man persönlich keinerlei eigene Erfahrungen im Bereich Webentwicklung hat, wenn man selber noch nicht am Aufbau des Internets, aktiv mitgearbeitet hat. Die Argumente  gegen Werbung und für den Einsatz eines Adblockers sind verständlich und nachvollziehbar, aber trotz allem keine Rechtfertigung. Wer mit der Werbung unzufrieden ist, ist muss sich Seiten welche Werbung einsetzen nicht ansehen.Entscheidet sich ein Webmaster für Werbung, dann ist das wie eine Regel anzusehen, die für seine Webseite gilt. Und nur der Webmaster ist berechtigt für seinen Angebot zwischen „Werbung ja“ oder „Werbung nein“ zu entscheiden. Denn er hat ja schließlich auch die notwendige Arbeit erbracht.

Im offline Leben verhällt es sich nicht anders, hier muss man sich auch an die Hausregeln öffentlicher Orte halten. Wer im Fitnessstudio keine Beiträge bezahlen will oder sein eigenes Radio mitbringt, muss gehen. Wer keine Lust auf die Werbung im TV hat, muss auf die öffentlich rechtlichen TV Sender zurückgreifen oder Kunde bei Sky werden.  Wer online keine Lust auf Werbung hat soll einfach auf werbefreie Angebote zurückgreifen, anstatt auf den durch Werbung finanzierten Seiten mit einem Adblocker  zu surfen, dort Traffic und damit Kosten zu verursachen.

Wenn der Einsatz von Adblockern weiter zunimmt wird dies Konsequenzen zur Folge haben. Entweder es werden einfach Arbeitsplätze freigesetzt und das Internet kann sich nicht im gleichen Maße wie in den letzten Jahren weiter entwickeln,  oder man muss als Endverbraucher immer öfter selber in die Tasche greifen und sich über Online Bezahldienste den Zugang zu den Webseiten freischalten. Denkbar sind aber auch Lösungen durch den Gesetzgeber, beispielsweise das Verbot von Adblockern per Gesetz, oder das Einrichten einer GEZ ähnlichen Gebühr für die Internetnutzung.

Aus den oben genannten Gründen appelliere ich hiermit an alle Internetbenutzer keine Werbe-Blocker mehr einzusetzen. Doch auch Betreiber von Internetseiten stehen in der Verantwortung. Als Betreiber einer Seite sollte man dafür sorgen, dass nach der Einblendung von Werbung die Inhalte noch erreichbar sind. Außerdem sollte sich die Werbung (einfach & nutzerfreundlich)schließen lassen. Eventuell sollte man den Nutzern die Möglichkeit geben gegen Bezahlung die Werbung auszublenden. Außerdem gibt es die Möglichkeit auf einer Webseite „Spenden“ Buttons einzurichten, so wie es zum Beispiel Wikipedia macht.  Letztendlich steht es aber dem Internetseitenbetreiber frei wie, durch welche Mittel, er seine Kosten decken möchte, und wieviel Geld er benötigt oder er durch seine Arbeit verdienen möchte.

Weiterführendes

Adblock Plus – einer der verbreitetsten Adblocker als kostenloses FireFox Addon. Jeder Nutzer darf frei entscheiden ob er ein solches Programm verwendet oder nicht. Aus moralischen Gründen rate ich davon ab.

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11 Responses to “Adblocker machen das Internet kaputt!”

  1. 1
    Michael Says:

    Ich war zwar nicht ganz am Anfang von dem Web (geschweige denn Internet) dabei, aber beinahe schon. Schon in 1994 gabe es eine vielfalt an Inhalte, die einfach deshalb zur Verfügung gestellt wurden, weil man andere informieren oder unterhalten wollte—ohne Geldmache und ohne Werbung. Selbst das integrieren von Bildern in Webseiten war nicht technisch möglich.

    Hiermit nicht gesagt, es wäre falsch Geld machen so wollen, aber sehr wohl: Es ist nicht Werbung, die uns ein wertvolles Internet gegeben hat. Werbung ist auch keine Voraussetzung hierfür. Deine Argumentation ist hier irreführend. Zwar gibt es durch die Geldmache mehr Inhalte als ohne, aber nicht Inhalte, die einen kritischen Unterschied machen—vorallem, da die meisten (keineswegs allen) werbebasierten Inhalte Müll sind.

    Auch eininge andere Punkte Deiner Argumentation sind irreführend, etwa der Vergleich mit Fernsehen—hier ist es gang und gäbe bei der Werbung Program zu wechseln, Kaffe kochen zu gehen, o.ä., um dann nach der Werbung weiterzuschauen.

    Auf der ethischen Seite: Falls sich Websitebetreiber verpflichten, keine Flash-Werbung, pop-ups, pop-unders, animated gifs, und ähnliche unethische oder das Lesen schwierig machende Werbungen zu benutzen—dann werde ich gerne das eine oder andere Banner im Kauf nehmen. Im Augenblick sind schon zur Selbstverteidigung Schutzmaßnahmen wie Flashblockers notwendig, und die Werbemacher sollten sich davor hüten, den ersten Stein zu werfen.

  2. 2
    Michael Says:

    Nebenbei, Deine Anti-Robot-Prüfung bei abgeschaltetem JavaScript ist kaputt.

  3. 3
    ToKaM Says:

    Vielen Dank! Ich werde mich darum kümmern. Danke auch für deinen ausführlichen Kommentar. Deine Punkte sind nachvollziehbar, aber sollte es nicht IMMER dem Anbieter überlassen sein, ob Werbung eingeblendet wird oder nicht? Denn dieser ist ja letzten Endes auch verantwortlich für die Inhalte und die Arbeit.
    Ich zum Beispiel arbeite jetzt seit knapp nem Jahr an einer Suchmaschine für Webcams. Ich werde zu beginn keine Werbung schalten, später aber schon. Persönlich interessiere ich mich minimalst für Webcams, aber motiviert durch mögliche Einnahmen hab ich mir Unmengen an Arbeit gemacht. Wenn jetzt jemand daher käme und sagt: „Deine Werbung nervt, die blende ich aus. Deine Inhalte machen ehh keinen ‚kritischen Unterschied‘ im Netz, aber ich schau sie mir trotzdem mal an.“ Dann wäre diese Einstellung aus meiner Sicht moralisch unvertretbar. Das akzeptieren der Werbung ist doch eine Wertschätzung der Programmierarbeit.

  4. 4
    ajf Says:

    „aber sollte es nicht IMMER dem Anbieter überlassen sein, ob Werbung eingeblendet wird oder nicht?“ … ist irgendwie eine ziemlich verlogene Argumentation, wenn man gerade davor noch eine Anleitung veroeffentlicht, wie man die Begrenzung des BBC iPlayers, auf Nutzer innerhalb des United Kingdoms, umgeht, und damit gerade nicht den Willen und die Vermarktungsabsichten der Anbieter respektiert.

  5. 5
    Frederick Magic Says:

    Oh man ich werd auf der GamesCom 2011 so was von mein Clone Trooper Outfit tragen & über die Messe hüpfen!!! ^___^

  6. 6
    memo Says:

    Wer sich ein wenig auskennt, weis wie die Geburtsstunde des Internets aussah. Es war wohl nie die Absicht das zu kommerzialisieren. Das was wir heute haben, nenne ich schweren Mißbrauch einer damals guten Idee.
    Welchen Unterschied macht es bitte, ob ich die Werbung zuklicke und 2 Sekunden gesehen haben, oder diese garnicht sehe.
    Wie schon im Beitrag richtig erkannt ES NERFT – es nerft im TV, im Radio im Internet ÜBERALL… Gerade dieser Frust lässt mich das Produkt negativ im Hinterkopf behalten. Dafür das wir jetzt uns auch im Netz zumüllen lassen, dürfen wir ja nun auch GEZ dafür Zahlen.

    Weiterhin wird das Net zur Müllhalde der ausgeburten von Kranken Hirnen, perversen, sinnlosen Ideen, Spam, TRaffic der sinnlos kostet. Einfach JEDER kann seinen Unrat abladen, was wir Menschen ja gern auch mit unserem Planeten tun, das zerstört das Internet !!!!!!!!!!!!!!

  7. 7
    Helga Says:

    Liest sich toll, gut geschrieben. Hab deine Website mal in meine Feedliste abgelegt und schau jetzt ab und an mal wieder rein 😉

  8. 8
    Tyro Says:

    Ich schliesse mich Michael an. Frueher habe ich auf Spiegel.de hin und wieder die Umfragen mitgemacht, bei denen nach kurzer Zeit die Frage aufkam: „Welche Werbung haben Sie auf dieser Seite heute gesehen?“ und ich stellte jedes Mal fest: Selbst ohne Werbeblocker waren mir die Anzeigen nie aufgefallen.

    Mittlerweile benutze ich Werbeblocker, denn bei vielen Blogs faellt mir auf, dass die Seiten sehr lange Ladezeiten haben, weil noch auf irgendwelche Werbeserver gewartet werden muss. Das will ich nicht. Wenn Du andererseits keine blockenden Besucher auf Deiner Seite willst, dann sperr sie doch von Deiner Seite aus. Es gibt bestimmt Moeglichkeiten zu testen, ob die Werbebanner geladen wurden.

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, was andere schon gesagt haben: Die Werbung hat das Internet erst entdeckt, als es schon fast in voller Bluete stand; es ist nicht so, als wuerde erst die Werbung das Internet wie wir es kennen ermoeglichen. Nebenbei bemerkt, so viel Zeit frisst Dein Blog nicht. Das Design ist nett, aber zum groessten Teil von der Stange. Das Binaercodieren des Blognamens hat hoffentlich auch keinen Monat gebraucht und der Content scheint zum Teil ein Nebenprodukt Deiner Arbeit zu sein.

    Wenn gerne blogst, dann verlange nicht von jedem, dass er fuer’s Lesen bezahlt. Falls nicht, lass es sein.

    PS: Ich bezahle meinen Besuch auf Deiner Seite, indem ich einen gar nicht so kurzen Kommentar und freundliche Gruesse hinterlasse. Ich denke, das ist okay so.

  9. 9
    Karolin Reichling Says:

    Guter Post. Hatte aber eigenartigerweise so meine Probleme hier meine Nachricht abzuschicken. Klappte nur nach dem dritten Submit. Hab nur ich das Problem?

  10. 10
    Alex Says:

    Ich denke das Problem ist immer die Perversion des Ganzen, das selbst bei Werbung kein Mittelweg gefunden wird. Wie kann man Geld verdienen und das nach dem Minimum-Maximum-Prinzip – minimaler Einsatz, Maximaler Profit.

    Die Werbung ist total aus dem Rahmen und die Profitgeilheit verschandelt einfach alles (Hausdächer, Hauswände, Plakattafeln, Autos, Züge, Leuchtreklame), und im Internet geht das weiter. Ich habe absolut nix gegen 1-2 Werbebanner, aber bei manchen macht die Werbung >50% des Seiteninhalts aus.

    Ich hatte mich mal mit ein paar Webmastern unterhalten und rum kam dabei das sie noch 3 Banner einbauen würden, wenn der Umsatz sich um 3-5% erhöhen würde. Alle laufen dem Profit hinterher, aus welchen Gründen auch immer. Im TV ists nicht anders, früher kam in einem Spielfilm eine Unterbrechung und die war max fünf min, heute stören eher die Unterbrechungen in der Werbung.

    Das Verhältnis stimmt nicht mehr und alle denken wir müssen einfach noch mehr Werbung machen damit was rumkommt. Allein mal eine Stadt finden die nicht voll von Produktwerbung ist, die wirkt gleich wie Urlaub.

    Und im Netz ? Da gibt es unglaublich viel Werbung, manche Seiten führen ihre Existenzberechtigung nur auf diese. Da wird verlinkt und gespamt um den Kunden irre zu führen. Da gibt es sogar Ideenschmieden wie man die Menschen noch mehr zum Konsum treiben kann, nennt sich Marketing.

    Das Liebe Geld… man könnte meinen wir leben im Kapitalismus. Wann kommen eigentlich die Brillen die Werbung aus dem Umfeld ausblenden ? Endlich wieder saubere Städte 🙂

  11. 11
    Mic34 Says:

    Ich kann mich den Aussagen vor allem von Michael und Alex nur anschließen. Es wird heute so getan, als gäbe es da Internet nur wegen der Werbung. Das halte ich für kompletten Blödsinn, denn wie hier schon geschrieben hat die Werbeindustrie irgendwann gemerkt das es hier neue Möglichkeiten gibt potentielle Kunden zu erreichen. Es wir nur leider immer übertrieben. Nein, es reicht nicht sein eigenes Unternehmen im Internet mit einer FirmenHP zu präsentieren. Es müssen agressievst überall noch Werbeeinblendungen aufleuchten. Vielleicht sollte die ganze Werbeindustrie sich mal überlegen warum wir uns Adblocker installieren, im TV umschalten in Werbepausen usw. das ist der verzweifelte Versuch diesem Konsumterror und seinen Auswüchsen zu entfliehen. Es ist einfach zu viel des „Guten“. Ausserdem bin ich der Meinung, es gibt eh schon zu viele Seiten die nur wegen der Werbung existieren. Wer braucht die schon? Masse statt Klasse….Es ist immer das gleiche: Facebook gibts nur wegen der Daten für Werbezwecke. Apple macht seine Jünger abhängig mit Produkten die wenig gut können aber ein schönes Design haben.
    Nicht die Adblocker machen das Internet kaputt, sondern die Werbung macht das Internet kaputt.

    Und wenn ohne Werbung vieles nicht mehr finanzierbar ist, so what? ich kann auf vieles verzichten und ein Glückliches und zufriedenes Leben führe ich bestimmt nicht erst seit es das I-Net gibt!

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